Mittelbayerische: Die ganze Pracht von Tschaikowsky

Die Russische Nationalphilharmonie glänzt im Regensburger Audimax Von Ulrich Alberts, MZ Mittelbayerische, 27.11.2016 Der Geiger und Dirigent Vladimir Spivakov gründete 2003 die Russische Nationalphilharmonie, deren Chefdirigent er bis heute ist. Zusammen mit dem Pianisten Dmitry Masleev, der im vergangenen Jahr den ersten Preis des „Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs“ erhalten hat, gestaltete er im Regensburger Audimax ein Konzert mit zwei der bekanntesten Werke von Tschaikowsky. Dem ersten Klavierkonzert b-Moll op. 23 folgte nach der Pause Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 op. 64. Schon die ersten Takte des Klavierkonzertes geben die Marschrichtung vor. Was Dmitry Masleev mit seinem Spiel an Klangkontrolle, Transparenz und Artikulationsvielfalt darbrachte, war eindrucksvoll. Masleevs auftrumpfende Virtuosität paarte sich da mit einem zauberhaft zarten Piano im zweiten Satz. Nicht nur technisch fulminant, sondern auch klanglich prunkvoll spielte der Pianist dieses Konzert. Seine Darstellung des Soloparts war eine Mischung aus Virtuosität, unaufdringlicher Brillanz, packender Bildkraft und Klangschmelz. Vladimir Spivakov begleitete mit seinen kongenialen Musikern den Solisten sensibel und klangbewusst. Für den anhaltenden Applaus der Zuhörer bedankte sich Masleev mit der stupenden Wiedergabe des zweiten Satzes aus einer Prokofjew-Sonate sowie einer Etüde von Rachmaninoff. Mit expressiver Gestaltung erklang dann Tschaikowskys 5. Sinfonie. Spivakov und seine Musiker verbanden hier Pathos und Poesie auf eindringliche Weise. Jede einzelne Phrase baute der Dirigent sinnstiftend in die Architektur des Werkes ein, alles fügte sich organisch ineinander. Wunderbar vorgetragen, fügte sich das ausdrucksvolle Hornthema im zweiten Satz ein. Mit traumwandlerischer Sicherheit griffen die instrumentalen Gruppen des Orchesters ineinander, bauten Spannung bis zum Schluss auf. Auf die Ovationen des restlos begeisterten Publikums reagierten Vladimir Spivakov und das Orchester abschließend mit mehreren Zugaben. Mit der tief atmenden Wiedergabe des Valse triste von Sibelius, einem mitreißendem Intermezzo von Schostakowitsch sowie Stücken von Prokofjew und Chatschaturjan gab das Orchester einen enormen Schlagwerk-betonten, facettenreichen Ausdruck seiner orchestralen Prachtentfaltung.
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